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Gereon Müller, künstlerischer Leiter des RONDO vocale, im Gespräch
 

Was ist Ihnen bei der Probenarbeit mit dem RONDO vocale besonders wichtig?
 

Mir geht es in erster Linie darum, dem Ideal eines weichen, runden und ausbalancierten Chorklanges möglichst nahe zu kommen. Ich sensibilisiere die Sängerinnen und Sänger des RONDO vocale immer und immer wieder neu dafür, ihr kollektives Gehör für den ausgewogenen Gesamtklang des Ensembles zu schulen und gleichzeitig ein feines Gespür für die eigene Stimme zu entwickeln. Deshalb lege ich sowohl großen Wert auf die chorische als auch auf die individuelle Stimmbildung, die unsere Probenarbeit regelmäßig unterstützt.
 

Wie stellen Sie Ihre Konzertprogramme zusammen?
 

Wir möchten mit unserer Musik die Ohren und Herzen der Menschen berühren. Das heißt auch, dass wir bislang „Unerhörtes“, also zeitgenössische und für die Mehrzahl unserer Zuhörer fremde Klänge und Harmonien, aufführen. Die Konzertprogramme des RONDO vocale folgen unserer Philosophie, dass wir alte Musik modernen Werken gegenüber stellen. Wir nehmen unser Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die Musikgeschichte. So können die Konzertbesucher Bekanntes in dem Kontext unbekannter Harmonien neuartig erleben und hören. Die Resonanz unseres Publikums, das in den letzten Jahren im Übrigen sehr viel jünger geworden ist, motiviert uns, diesem Ansatz treu zu bleiben.
 

Wo sehen Sie die Entwicklungsperspektiven dieses Chores?
 

Das RONDO vocale ist sehr offen für neue Programme und setzt dadurch einen Kontrapunkt in der sehr dichten Stuttgarter Chorlandschaft, die sich überwiegend mit klassisch-romantischen und barocken Kompositionen auseinandersetzt. Mit seiner Offenheit und Initiative für moderne Werke in dieser Konsequenz definiert das RONDO vocale sein Alleinstellungsmerkmal in der Chorszene der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Und genau in dieser Positionierung sehe ich auch die Entwicklungschancen für das RONDO vocale.
 

Wer darf beim RONDO vocale mitsingen und wie sind die Aufnahmekriterien?
 

Wir heißen alle Interessenten herzlich willkommen, die gerne singen und offen für Neues und anspruchsvolle Probenarbeit sind. Auch unerfahrenen Chorsängern bieten wir die Möglichkeit, unverbindlich bei einer oder mehreren Proben dabei zu sein. Wer sich dafür entscheidet, bei einem Projekt mitzuwirken, arbeitet mit unserer Stimmbildnerin Cornelia Karle eine Stunde intensiv zusammen. Hier geht es darum, den Klang und Umfang der Stimme kennenzulernen und vor allem weniger erfahrene Sänger mit den Möglichkeiten der Gesangstechnik vertraut zu machen. Danach schließen sich drei bis vier Stimmbildungseinheiten in Folge an, um einen ersten, spürbaren Effekt zu erreichen. Für Chormitglieder gilt ein rotierendes System, so dass alle Sänger immer wieder in den Genuss der Stimmbildung kommen.


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